Kartographie ist die Lehre vom Kartenmachen. Dabei muss die runde Gestalt der Erde auf ein flaches Blatt Papier gebracht werden. Als Modell der Erde dient dabei die Kugel (oder das Rotationsellipsoid).

Die Aufgabe der (mathematischen) Kartographie besteht nun darin, geeignete Abbildungsfunktio-
nen (Projektionen oder auch (Karten-)Entwürfe genannt)
zu finden, die die Kugeloberfläche auf die Ebene unter Berücksichtigung gewisser Neben-
bedingungen
wie
  • Längentreue bestimmter Kurven,
  • Flächentreue von Flächenstücken,
  • Winkeltreue, u.s.w.
abbilden. Die Abbildungen speziell des Systems von Längen- und Breitengraden nennt man

NETZENTWÜRFE .

Beim Betrachten einer Karte sollte man sich jedoch immer der folgenden wichtigen Tatsache erinnern:
Nach dem THEOREMA EGREGIUM von C.F. GAUSS ist es unmöglich, Karten zu konstruieren, die ein exaktes Abbild der Erdoberfläche darstel-
len. Einzelne Kurven dagegen können längentreu abgebildet werden.


Ziel ist es, die möglichen Verzerrungen in erträg-
lichen Grenzen
zu halten.

Um Ihnen einen ersten Eindruck von der Mannigfal-
tigkeit der Kartenentwürfe
zu vermitteln, stelle ich Ihnen eine von vielen Möglichkeiten vor, Karten-
entwürfe zu systematisieren. Die hier vorgestellte Systematik basiert auf dem Erscheinungsbild des Kartennetzes. Es handelt sich um die Einteilung in


  echte Entwürfe
  und
  unechte Entwürfe .

Siehe etwa [2], [3] und [4] unter Literatur.